Online Lotto News: Lotto im Süden der Republik billiger als im Norden

Lotto in Hamburg (hier der Hafen bei Nacht) ist billiger als anderswo (Foto: iwona golczyk_pixelio.de)

Lotto in Hamburg (hier der Hafen bei Nacht) ist billiger als anderswo (Foto: iwona golczyk_pixelio.de)

Lotto spielen ist im Süden Deutschlands billiger als im Norden. Das „Hamburger Abendblatt“ recherchierte zum Thema Lotto-Kosten.

In Hamburg z.B. müssen Lottospieler pro Schein 0,50 € Gebühr abdrücken, in Schleswig-Holstein kostet das 0,60 € und im Baden-Württemberg nur ein Drittel davon.

Wem beim Lotto der große Wurf gelingt, den wird es herzlich wenig interessieren, wie viel er für den Lottoschein ausgeben musste. Für alle anderen allerdings, die Woche für Woche voller Hoffnung ihren Lottoschein in die Annahmestelle tragen, ist es nicht ganz unwichtig, wie viel Einsatz sie berappen müssen.

Lotto Hamburg zum Beispiel gehört im Norden Deutschlands zu den billigsten Anbietern. In den Nachbarländern Niedersachsen Schleswig-Holstein müssen Lottospieler tiefer ins Portmonee greifen. Deshalb sollten Pendler also schon ganz genau darauf achten, in welchem Bundesland sie Lotto spielen. Aber auch Hamburger Lottospieler können mit etwas Finesse noch über 20 Prozent ihres Lottoeinsatzes einsparen, wenn sie eine Postanschrift in Baden-Württemberg, Sachsen oder Bayern besitzen.

In Deutschland sind zwar Gewinnchancen und Ausspielung identisch, aber jedes Bundesland verfügt über eine eigene Lottogesellschaft. Diese Unternehmen entscheiden natürlich auch, wie viel Gebühren sie pro Schein kassieren. Der Geschäftsführer von Lotto Hamburg Torsten Meinberg erklärt, dass ein Lottoschein in Hamburg 0,50 € koste. Dieser wird gemeinsam mit dem Spieleinsatz von 0,75 € pro Lottofeld erhoben, dieser Betrag ist bundesweit identisch (Deutscher Lottoblock). Damit kommt man in Hamburg also auf einen Mindesteinsatz von 1,25 €. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein muss man hier schon 1,35 € bezahlen, weil die Gebühr für den Lottoschein schon mit 0,60 € zu Buche schlägt.

In Mecklenburg-Vorpommern kann man genauso günstig Lotto spielen wie in Hamburg, teurer ist es dagegen in Bremen. Hier kostet der Schein so viel wie in Niedersachsen. Die Differenz von 0,10 € ist also manifestiert, dabei macht es keinen Unterschied, wie viel Lottofelder der Tipper auf dem Schein ausfüllt.

Meinberg ergänzt: „Wir haben uns in Hamburg eine transparente und einfache Lösung ausgesucht. Die 0,50 € pro Lottoscheinen bleiben auch dann bestehen, wenn der Spieler für mehrere Wochen an der Lottoziehung teilnehmen möchte. Alles andere führt zu Ungerechtigkeiten und wäre viel zu kompliziert.“

So ist das beispielsweise in Niedersachsen der Fall, weil Lotto spielen bei einem Dauerspielschein ab der zweiten Woche 0,20 € mehr kostet. Durch dieses Gebührenmodell kostet dann ein Lottoschein also schon 0,30 € mehr als in Hamburg. In Schleswig-Holstein wird für die zweite Teilnahmewoche keine Extragebühr fällig. Lotto Hamburg gibt zur Preispolitik der Mitbewerber keinen Kommentar ab. „Das muss die Lottogesellschaft für sich entscheiden“, so der Lottochef. „Wir kommunizieren unsere Preismodelle nicht untereinander.“

Niedersachsen rechtfertigt die höhere Gebühr für die Lottoscheine damit, dass die Anzahl der Lottoannahmestellen in dem Flächenland höher sei und die Lottobuden ferner weiter voneinander entfernt lägen. „Damit diese Logistik bewältigt werden kann, müssen wir einfach höhere Gebühren nehmen“, erklärt der Sprecher von Lotto Niedersachsen Herbert John. Eine Antwort auf die Frage, warum denn im Flächenstaat Baden-Württemberg die Gebühren am niedrigsten sind, bleibt John schuldig.

In dem südwestlichen Bundesland kostet ein Lottoschein nämlich 0,20 €. So kann man mit einer Mindestgebühr von 0,95 € schon an einer Lottoausspielung teilnehmen. Dadurch spart man im Vergleich zu Hamburg also ein gutes Fünftel an Einsatz. In Thüringen, Sachsen oder Bayern hingegen muss man für den Lottoschein eine Gebühr von 0,25 € auf die Lottotheke legen. Eine Erklärung dafür bekommt man nicht.

Auch der Sprecher von Lotto Bayern Bernhard Brunner stellt fest, dass die Festlegung der Gebührenhöhe Sache der jeweiligen Landeslotterie-Unternehmen sei. Brunner: „Ich bitte hier aber um eine etwas differenziertere Betrachtung, da die einzelnen Landeslotteriegesellschaften unter anderem verschiedene Glücksspielangebote offerieren, außerdem gibt es Spielscheine mit unterschiedlichen Laufzeiten, die voneinander abweichen.“

So zählen die Einzelscheine in Bayern zum Beispiel zu den preiswertesten, bei mehrwöchigen Tipps wird aber mehr verlangt, so dass bereits ab der zweiten Woche die Gebühr für den Lottoschein auf 0,80 € nach oben schnellt. Genauso läuft das in Thüringen und Sachsen. In Baden-Württemberg werden immer nur 0,20 € für den Lottoschein fällig, egal, wie viele Wochen man mitspielen möchte.

Ein Brancheninsider versucht die höheren Lottogebühren bei einigen Lottounternehmen mit teuren Dienstwagenflotten, großzügigen Provisionen und üppigen Gehältern zu erklären. Allerdings kann der Umstand, dass es sich bei Lotto Bayern als einziger der 16 deutschen Lottoblockmitglieder noch um eine reine Behörde handelt, nicht die Begründung dafür liefern, dass dort die Gebühren am preiswertesten sind. Lotto Bayern ist nämlich unmittelbar dem bayerischen Finanzministerium in München unterstellt. Schließlich ist ähnlich wie die preisintensiveren 14 Lottogesellschaften auch die billige Nachbarschaft in Baden-Württemberg eine private GmbH, die sich im Besitz des Bundeslandes befindet.

In der Landeshauptstadt Stuttgart wurde in diesem Jahr schon heftig über die Höhe der Bruttogehälter gestritten, der Landesrechnungshof hatte eine Beschwerde verfasst und erklärt, dass die Löhne der Lottoangestellten weitaus höher seien als die im öffentlichen Dienst.

Hamburg-Pendler sollten ihren Schein in der Hansestadt abgeben und nicht in Pinneberg oder Salzhausen, wenn sie beim Lottospielen ein wenig Geld sparen möchten. Lotto Hamburg unterstützt dieses Vorhaben dabei ausdrücklich. Meinberg ist der Meinung, dass man dort Lotto spielen dürfe, wo man sich aufhält. Im Internet ist die Sache jedoch ein bisschen diffiziler. So dürfen seit 1. Juli 2012 mit Inkrafttreten des Glücksspieländerungsstaatsvertrages neben den Bundesländern auch private Lottounternehmen wieder online Lotto anbieten.

Die privaten Lottovermittler konnten jedoch nur mit großer Verzögerung von mehreren Monaten mit dem online Lotto beginnen, da sich die Länder nicht eher auf die nötige Zulassung geeinigt hatten. Wer jetzt online Lotto spielen möchte und dies bei einem auswärtigen Lottounternehmen plant, das nicht in seinem Bundesland beheimatet ist, wird nur schwerlich über die Registrierungshürden hinwegkommen. Wenn der Spieler nämlich seine Adresse eingibt und die nicht in dem entsprechenden Bundesland liegt, fliegt er raus.

Je nach Lottogesellschaft ist es unterschiedlich schwer diese Klippe zu umschiffen. Bayerns Brunner erklärt: „Der Kunde muss bei der Registrierung seine Adresse angeben. Bei uns können nur bayerische Postleitzahlen eingetragen werden. Alles andere wird abgelehnt. Dann bekommt der Lottospieler an diese Adresse in Bayern auch den Brief mit den Registrierungsunterlagen. Meinberg, der Lottochef aus Hamburg, erläutert: „Bei uns wird über die SCHUFA das Identifizierungsverfahren abgewickelt, dabei wird allerdings nicht die Bonität festgestellt, dies möchte ich hier ausdrücklich unterstreichen.“

Wenn es ein Tipper allerdings schafft, auch ohne Hamburger Wohnsitz die Registrierung in die Tat umzusetzen, darf er potentielle Gewinn behalten. So kann ein Hamburger praktisch Verwandte oder Freunde aus einem billigeren Lottoland bei der Registrierung angeben und unter deren Adresse auch online Lotto deutlich preiswerter spielen als vor Ort.

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