Landesgartenschau in Zülpich: Wie ein Sechser im online Lotto

Teil der LGS: Deutsch-französischer Weinberg am Weiertor (Foto: Stadt Zülpich)

Bürgermeister Albert Bergmann schwelgt in Poesie und erklärt nach anfänglicher Skepsis, dass die Landesgartenschau (LGS) der Prinz sei, der die im Dornröschenschlaf verharrende Römerstadt Zülpich wachküssen werde. Auf einem Wirtschaftsforum der IHK im Museum Römertherme in Zülpich wurde die Frage aufgeworfen, ob die 2014 stattfindende Landesgartenschau tatsächlich nachhaltig sei und Profit für Gastronomie, mittelständische Unternehmen und Einzelhandel bringe. Fritz Rötting erklärte als Geschäftsführer der Aachener Industrie- und Handelskammer, dass solche Events im Trend lägen: „Die Deutschen mögen sie einfach!“ Deshalb geht man wie bei einem Sechser im online Lotto bei der Landesgartenschau in Zülpich auch von einem absoluten Erfolg aus.

Diesen benötigt die Römerstadt auch unbedingt, da über Zülpich ziemlich hartnäckig der Pleitegeier kreist. Bei knapp 6 Millionen € liegt das Haushaltsdefizit, trotzdem hat der Stadtrat den Daumen nach oben geklappt, damit 40 Millionen € in die Landesgartenschau investiert werden können. Dabei wird die Stadt ein ganz neues Gesicht erhalten. Bergmann freut sich wie jemand, der gerade mit Sechs Richtigen im online Lotto gewonnen hat. „Ein Selbstläufer ist das neue Baugebiet am Seepark, hier herrscht eine gigantische Nachfrage“, so Bergmann. Außerdem hat auch noch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Schirmherrschaft für die Flower Power Show übernommen.

Natürlich stellte man sich in Zülpich die Frage, welchen Wirtschaftsfaktor eine Landesgartenschau besitzt. Der Geschäftsführer der Zülpicher Landesgartenschau GmbH, Heinrich Sperling, stellte dazu Zahlen der IHK Osnabrück-Emsland vor. Hier wurden Daten ausgewertet, denen die Landesgartenschau 2010 in Bad Essen zugrunde liegen. So ließ jeder Besucher der Landesgartenschau ohne Eintritt täglich 34 € in der Stadt. Sperling weiter: „Das ist eine nachhaltige Sache und kein Strohfeuer.“

Außerdem haben sich bei einer Umfrage zwei Drittel der Besucher dahingehend geäußert, Bad Essen auch nach der Landesgartenschau noch einmal anzusteuern. Auch die Übernachtungszahlen 2011 untermauern diese Aussagen, diese sind nämlich um 30 % nach oben katapultiert worden. Den wirtschaftlichen Mehrwert der Landesgartenschau für den Landkreis Osnabrück bezifferte Sperling auf 30 Million €. „Dies ist dem Konsum und zusätzlichen Investitionen geschuldet, wobei man wissen muss, dass in Zülpich noch viel mehr investiert wird.“

Zur Landesgartenschau nach Bad Essen kamen 80 % der Besucher mit ihrem Pkw. Bei 61 Jahren lag das Durchschnittsalter der Garten- und Blumenfreunde. „Schließlich haben ältere Menschen auch mehr Zeit für den Garten“, konstatiert Sperling. Nun sollen sich natürlich auch Geschäftsleute und Unternehmen an der Landesgartenschau 2014 in Zülpich entsprechend beteiligen. „Dies geht mit Veranstaltungen, Ausstellungsgärten, Verkaufsständen oder als Sponsoringpartner“, ergänzt Sperling. In jedem Fall solle die Landesgartenschau in Zülpich wie ein online Lotto Gewinn nachhaltig für Freude sorgen.

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